drACHE2
Anschrift1

bis 31.03 noch 03672/488 466

drACHE3

Tattoohistory

Jede Ethnie der Erde kannte wahrscheinlich zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Entwicklung die Sitte des Tätowierens und übte sie aus. Strittig ist hingegen, wo sich die Tätowierung schwerpunktmäßig entwickelt hat. Immer wieder wurde versucht, die Tätowierung vom Ursprung her einem bestimmten geografischen Gebiet zuzuordnen. Die ältesten Belege für das Vorkommen von Tätowierungen stammen aus dem südamerikanischen Raum und Europa. Im Norden Chiles wurden 7000 Jahre alte Mumien gefunden, die bereits Tätowierungen an Händen und Füßen aufwiesen. Die Gletschermumie Ötzi trug bereits vor über 5000 Jahren mehrere aus Holzkohlen und Balken bestehende Zeichen, die mit Nadeln unter die Haut gebracht wurden. Diese Zeichen kann man somit als die ältesten bekannten Tätowierungen bezeichnen. Besonders aufwendige und großflächige Tätowierungen sind von den eisenzeitlichen Skythen, dem Reitervolk der russischen Steppengebiete und der Kaukasusregion, bekannt. Dieser Umstand scheint die häufig anzutreffende These zu widerlegen, dass die Sitte des Tätowierens ursprünglich aus dem südwestasiatischen Raum stammt, sich von dort über Ägypten nach Polynesien und Australien ausgebreitet hat und schließlich nach Nord- und Südamerika weitergetragen wurde. Entgegen einer Vielzahl von Theorien, die allesamt versuchen, den Ursprung der Tätowierung in einen bestimmten geografischen Raum zu pressen, kann anhand der vielfältigen und über den ganzen Erdball verstreuten Hinweise davon ausgegangen werden, dass sich die Sitte des Tätowierens bei den verschiedenen Völkern der Erde selbständig und unabhängig voneinander entwickelt hat. In seiner ursprünglich wohl ausschließlich rituellen Bedeutung ist es später zumeist in Mikronesien, Polynesien, bei indigenen Bevölkerungen und z. B. auch den Ainu und den Yakuza (Japan) verbreitet. Insgesamt bietet sich ein breites Spektrum der unterschiedlichsten Funktionen und Bedeutungen der Tätowierung. Betrachtet man die in der relevanten Literatur beschriebenen Funktionen als Mitgliedszeichen, rituelles oder sakrales Symbol, Ausdrucksmöglichkeit für Abgrenzung (siehe auch Bourdieu) und Exklusivität, Mittel zur Verstärkung sexueller Reize, Schmuck, Protest (Punk) und nicht zuletzt die der politischen Stellungnahme, so ergeben sich bei genauerem Hinsehen signifikante Übereinstimmungen dieser zunächst recht zusammenhanglos erscheinenden Bereiche.
 
Gruppenzugehörigkeit kann durch Tätowierung ausgedrückt werden

Mit sogenannten Knast-Tattoos können Rangfolgen und „Kastenzugehörigkeiten“ etwa durch das Kreuz der Diebe dargestellt werden, sowie Funktionen, die der Häftling während der Gefangenschaft innehatte, wie beispielsweise „Schläger“, „Rowdy“, „Aufrührer“ oder „Boss“. Darüber hinaus gibt es Kennzeichnungen für Mörder oder „Lebenslängliche“, und auch die Meinung zur Justiz bis hin zu offenen Drohungen oder gar erfolgreich ausgeführte Rache können als Tätowierung kundgetan werden. Auch sexuelle Einstellungen lassen sich aus Tattoos herauslesen.

Angaben, in welchen Gegenden man bereits inhaftiert war, die Sehnsucht nach Freiheit oder der Vorsatz auszubrechen sind ebenso Themen wie die Anzahl der abzusitzenden Jahre, beispielsweise in Form von Abbildungen, die dies in der Anzahl der Holzscheite unter einem Feuer oder der Stachel am Stacheldraht zeigen.

entnommen Wikipedia